60 Euro Strafe in Bus & Bahn: Erhöhtes Beförderungsentgelt (EBE) abwehren

Wer in Bussen, Straßenbahnen oder Regionalzügen ohne gültigen Fahrausweis angetroffen wird, erhält in der Regel eine Zahlungsaufforderung über 60 Euro. Dieses sogenannte „Erhöhte Beförderungsentgelt“ (EBE) basiert auf der Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO) sowie den Allgemeinen Beförderungsbedingungen der jeweiligen Verkehrsverbünde. Es handelt sich hierbei primär um eine zivilrechtliche Vertragsstrafe, da Sie mit dem Betreten des Verkehrsmittels stillschweigend einen Beförderungsvertrag abschließen.

Doch nicht jede 60-Euro-Forderung ist rechtmäßig. Gerade im Zeitalter digitaler Tickets (App-Ausfälle, leere Akkus) oder bei defekter Infrastruktur (kaputte Automaten und Entwerter) trifft den Fahrgast oft keine Schuld. In diesen Fällen sind die Verkehrsunternehmen verpflichtet, die Strafe zu erlassen oder auf eine geringe Bearbeitungsgebühr zu reduzieren.

Einspruchs-Assistent starten:

Wählen Sie Ihren regionalen Verkehrsbetrieb oder Verbund aus, um ein strukturiertes Widerspruchsschreiben gegen die 60 Euro Forderung aufzusetzen:

Verfahrenshinweise bei Ticket-Kontrollen

Sollten Sie ohne (gültiges) Ticket kontrolliert werden und eine Zahlungsaufforderung („Gelber Zettel“ / Kassenbon) erhalten, ist eine sofortige Dokumentation der Umstände essenziell, um die Forderung später erfolgreich abwehren zu können:

Rechtliche Leitlinien zur Sachverhaltsprüfung:

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Häufige Fragen (FAQ) zur Fahrpreisnacherhebung

Gilt das auch, wenn mein Ticket nicht gestempelt war?

Ja. Ein ungestempeltes Ticket ist gemäß den meisten Beförderungsbedingungen ungültig, es sei denn, es handelt sich um ein Ticket mit festem Gültigkeitsaufdruck. Ist der Entwerter im Bus oder in der Bahn jedoch defekt gewesen, müssen Sie dies dem Prüfer umgehend mitteilen – idealerweise samt Wagennummer. In diesem Fall darf keine Strafe verhängt werden.

Kann ich das EBE bei Verspätungen verrechnen?

Nein. Fahrgastrechte (z.B. Entschädigungen bei Zugausfällen oder Verspätungen ab 60 Minuten) können nicht eigenmächtig mit einem Erhöhten Beförderungsentgelt verrechnet werden. Beide Vorgänge müssen zivilrechtlich getrennt voneinander betrachtet und abgewickelt werden.

Was passiert, wenn mein Handy-Akku während der Fahrt leer geht?

Laut den Nutzungsbedingungen der meisten Apps (z.B. DB Navigator) liegt die Sicherstellung der Vorzeigbarkeit (ausreichender Akkustand) in der Verantwortung des Fahrgastes. Können Sie das Online-Ticket bei der Kontrolle nicht aufrufen, wird zunächst ein EBE ausgestellt. Handelt es sich um ein Ticket mit Ihrem Namen, greift aber die nachträgliche Vorzeigeregelung (Reduzierung auf ca. 7 Euro Bearbeitungsgebühr).

Regionale Übersicht der Verkehrsbetriebe

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